|
|
ProstitutionVor 3000 Jahren war Prostitution in Babylon (heute Syrien) ein fester und
respektabler Bestandteil der Gesellschaft. Im Norden, in den Bergen lebte ein
wildes und kriegerisches Jägervolk. Dennoch waren sie die Ersten die eine
Gastfreundschaft ausübten - und zwar von “gastlicher” Prostitution. Für Herodot war die Tempelprostitution ein “schändliches Gesetz”. Vergaß aber
dabei, dass seine Landsleute längst dazu beigetragen hatten, dass Prostitution
zu einer Institution geworden war. So soll nach überlieferten Quellen, das
älteste Bordell der Welt im alten Griechenland gestanden haben. Durch eine
“Sozialreform” des Solon (630 v.Chr.) wurden staatliche Bordelle eingerichtet.
Jedoch arbeiteten dort ausschließlich Sklavinnen (für einen Korb Fisch oder
Wein), die vielfach aus den Ländern “importiert” wurden, die Alexander der Große
(356 v. Chr. - 323) erobert hatte. Überall dort wo Männer auf engem Raum leben
mußten, wie an der Front oder in Hafenstädten, wurden Bordelle sogar gefördert. Prostitution war im antiken Athen also nichts Ungewöhnliches. So gab es
“Dikteriaden” - Prostituierte für arme Bürger -, “Auletriden”- griechische
Flötenspielerinnen- und “Hetären” - bezahlte Geliebte für bedeutende Männer -.
Hetären erwarben sich musische und philosophische Bildung, die später auf
eigenen Hetärenschulen “ausgebaut” wurde. Mit diesem Bildungsstand waren sie als
einzige Frauen den Männern ebenbürtig, und nahmen großen Anteil am
gesellschaftlichen und intelektuellem Leben. Auch in Rom war Prostitution lange erlaubt, galt jedoch als unehrenhaft und
war frei geborenen Römerinnen bei Höchststrafe untersagt. Trotzdem sollen 100
v.Chr. 32000 Dirnen angeschafft haben. So gab es die “billigen” Nudae (lat.: die
Nackten), die sich ihre sexuelle Dienstleistung mit einem Glas Wein oder einem
Laib Brot entlohnen ließen. Es gab auch die “Bessergestellten”, die ihre
Kundschaft in die öffentlichen Bäder oder in die Säulenhallen des Pompeius
lockten und es gab die “Delicata”, die jung und hübsch ihre Freier auf
öffentlichen Festen suchten. (Es gab eine Delicata namens Flavia Domotilla, die
den römischen Kaiser Vespasin heiratete, drei Kinder gebar, von denen zwei
ebenfalls Kaiser wurden.)
Dann kam Kaiser Augustus (63 v.Chr.). Als Christ sah er seine Aufgabe darin
dem unehrenhaften Treiben Einhalt zu gebieten. So wurden Ehebruch und
Geschlechtsverkehr unverheirateter oder verwitweter Frauen bei Höchststrafe
untersagt. Jedoch traf dieser Urteilsspruch nicht nur die Dirnen, sondern diie
Frau allgemein. Denn sie war Schuld am Sündenfall, war minderwertig (Mann
zweiter Ordnung). So gelobte die christliche Lehre komplette Abstinenz, denn die
fleischliche Liebe konnte nur ein Produkt des Teufels sein. Was waren denn dann
die Prostituierten? Auf der einen Seite wurden sie diffamiert (bis hin zur
Todesstrafe), auf der anderen Seite waren sie ein Schutz gegen Unzucht und
Ehebruch. (Nach dem Motto: besser zu einer Hure, als mit einer verheirateten
Frau oder gar einer Jungfrau.) |
|
Telefon: (04 21) 44 86 62
|